LNE | Rundum-Sorglos-Paket in Berlin I

Das erste Jazz- und Modern Dance Formationsturnier in diesem Jahr war mal wieder ein einmaliges Erlebnis. Schon am Freitag machten wir uns in mehreren Autos auf den Weg nach Berlin. Gegen 12 Uhr traf ich bei Fiona ein. Was für eine humane Abfahrtszeit!? Mit dem LNE-Mobil sammelten wir Anna ein und dann war unsere kleine Reisegruppe auch schon vollzählig. Die Fahrt verlief reibungslos. Ohne Pause (für Anna sehr ungewöhnlich, da sie gerne mal einen langen Raststättenstop einlegt und dann als letzte am Ziel ankommt, obwohl sie als Erste losfuhr) düsten wir über die Autobahn und kamen tatsächlich als erste am Hotel an. Wir erblickten es schon von Weitem und dachten uns „Na so schick sieht es von Aussen aber nicht aus!“. Wir wollten erst einmal irgendwo in der Nähe einen Parkplatz suchen, um auf die anderen zu warten, fuhren also am Hotel vorbei und sahen den Haupteingang. Ups – doch ganz schön schick und vor allem pompös! Während wir nach einem Parkplatz suchend einmal um den Pudding fuhren, kam Reisegruppe Lewwe auch am Hotel an. Wir fuhren nun schon ein zweites Mal am Hoteleingang vorbei und sahen im letzten Moment Lewwes Auto. „Stooop!“, riefen Anna und ich und Fiona hielt etwas weiter vorne an. Neben uns stand der Bus von Schalkes Fußballmannschaft. Fiona legte den Rückwärtsgang ein und fuhr langsam dem Portier (ich musste dessen Berufsbezeichnung soeben erst einmal googlen) entgegen. Dieser lächelte und spielte amüsiert an seinem Zylinder herum. In leichten Schlangenliniern näherten wir uns dem Eingang unseres Hotels – dem Waldorf Astoria. Diesmal rissen wir dem Pagen nicht die Taschen aus den Händen (wie vor 2 Jahren bei der Ankunft im Adlon), sondern ließen sie brav auf dem Wagen liegen, damit sie aufs Zimmer gebracht werden konnten.

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In der Lobby warteten wir auf das dritte Auto mit Marc, Lotti, Anna Lena und Anna-Maria. Wir genossen derweil die Atmosphäre der großen Eingangshalle, die bequemen Sofas und bekamen von Trainerin Anna aufgetragen, uns einen Fußballer zu angeln. Das wurde uns an dem Wochenende noch einige Male von ihr empfohlen. Doch von den Fußballern fehlte jede Spur.

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Als alle da waren, checkten wir in die Hotelzimmer ein. Marc begleitete uns zu den verschiedenen Stockwerken, in denen unsere Zimmer waren und warf einen Blick in die Suiten. Suiten! Hatte ich das schon erwähnt? Die Suite, in der ich mit Lisa untergebracht war, war größer als meine Wohnung in Hamburg. *kopfschüttel* Da Lisa erst später am Abend nachkam, hatte ich dieses riesige Zimmer erst einmal für mich alleine. Nach einer kurzen Zimmerbesichtigung verabredeten wir uns bei Jamiona in Badesachen und Bademantel, um sogleich in den Spa aufzubrechen. Dafür waren wir schließlich so früh angereist.

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Als ich im super bequemen Waldorf Astoria-Bademantel bei Jamiona ankam, waren alle noch in ihren Alltagsklamotten. Fühlte sich ein Bisschen so an, wie auf einer Party als einzige im Kostüm zu erscheinen. Bridget Jones like. Na immerhin war ich nicht im Hasenkostüm. Wir teilten uns in eine Ess- und eine Plantschgruppe auf. Die hungrigen Mäuler zogen von dannen und wir Wasserratten machten uns fertig für den Pool. Zu viert (Fiona, Anna-Maria, Anna und ich) gingen wir schon einmal vor.

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Im Spa angekommen stand an der Tür kostenpflichtig. Komisch, wir dachten, das sei mit im Preis enthalten. Ein so teures Hotel und dann kostet der Spa extra? 15 € pro Person und pro Tag. Naagut. Wir gingen wie verlorene Hühner hinein und wurden von einer Frau am Empfang begrüßt. Wir gaben unsere Zimmernummern an und wurden dann in die Umkleide geleitet. Dort nahmen wir uns jede ein Handtuch aus dem Regal und fanden dabei einen halb aufgegessenen Apfel zwischen den frischen Handtüchern. Wer macht denn so etwas!? Wir waren fest davon überzeugt, dass das ein Test für die Hotelangestellten sein musste. Da kam auch schon einer in die Umkleide. Er wollte gerade die Handtücher auffüllen. „Da liegt ein Apfel!“, prustete Anna-Maria, die es nicht für sich behalten konnte. Der Angestellte schnappte sich den ganzen Stapel und wollte die Umkleide wieder verlassen. „Ähm, entschuldigung?“; fragte ich, „Können Sie uns sagen, was es damit auf sich hat? War das ein Test oder so etwas?“ „Den wird da wohl ein Gast reingelegt haben!“, antwortete er ganz sachlich und wir guckten ihn alle mit großen Augen und offenen Mündern voll Unverständnis an. „Eeeeecht!? Sowas machen diiie!?“ Na sowas..! Er ging, wir konnten es gar nicht glauben. Der Mülleimer war übrigens keinen Meter weit entfernt. Auf solche Ideen kommen wohl auch nur die reichen Leute…?

Um die Ecke waren die Duschen. Handtücher wieder beiseite, rein in die Dusche. Wenn wir nur wüssten, wie wir sie ankriegen. Es gab eine Regendusche und eine normale Duschbrause und drei Drehknöpfe. Ich drehte an jedem einzelnen, doch keiner sorgte für das kühle Nass. Zu dritt standen wir in der Dusche und waren etwas ratlos. Na toll! Anna-Maria hatte die Dusche nebenan schon zum Laufen bekommen. Der Page kam abermals in die Umkleide. Diesmal rief Anna ihn zu uns. Och Anna, das hätten wir bestimmt auch noch alleine hinbekommen. Zur Not wären wir alle zu Anna-Maria rüber gegangen. Nun war es zu spät. “ ‚tschuldiguung!? Wie bekommen wir die Dusche an?“, fragte Anna den Pagen, der sogleich zur Hilfe eilte und alle Drehknöpfe drehte. Diesmal ging das Wasser an. Natürlich von ganz oben aus der Regendusche und der Page bekam erst einmal eine Ladung auf dem Rücken ab. Ich schlug nur noch die Hände vor dem Gesicht zusammen. Ohjee, der Arme! Wir waren noch nicht einmal aus der Umkleide heraus gekommen und hatten schon so viel erlebt.

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Nun ging es aber endlich zum Pool in den Spabereich. Es gab einen Pool mit nicht ganz so warmem Wasser, einen Whirlpool mit sehr schön warmem Wasser, eine Sauna und ein Dampfbad. Auf der Dachterrasse konnte man sich nach dem Saunen wieder abkühlen. Wir schwammen erst ein paar Bahnen und verzogen uns dann in den heißen Whirlpool. Erst ohne Blubber, dann mit. Ich bin da ja kein großer Fan von. Ich muss mich immer festhalten, weil ich sonst weggeblubbert werde und wenn ich dann einigermaßen still sitze, blubberts mir in die Nase, Augen oder in die Ohren. Muss nicht sein! Die Blubber gingen zum Glück immer nach einer kurzen Weile wieder aus. Wir relaxten mit den anderen Hotelgästen ausgiebig und warteten auf die anderen, die einige Zeit später auch dazu stießen. Mehrere Stunden harrten wir im Spabereich aus. Von den Schalker Fußballern war leider immer noch keiner zu sehen. So wird das aber nichts, mit dem Fußballer-Angeln! Immer mehr Hotelgäste verließen den Spa (vermutlich um zum Abendessen zu gehen) und so hatten wir den gesamten Bereich irgendwann komplett für uns alleine. Ich wechselte immer mal wieder zwischen Schwimmen im Becken und Aufwärmen im Whirlpool. Nach und nach nahmen wir die bequemen Liegen ein, die inzwischen alle frei waren und relaxten in kuschelige Bademäntel gehüllt. Es gab auch frisches Obst und Wasser mit leichtem Geschmack, welches man sich zur Erfrischung nehmen konnte. Anna-Maria erzählte nach ihrem Saunagang, dass das eine junge Paar sie gefragt hatte, wie wir vielen jungen Mädchen uns das denn leisten könnten und was wir machen würden. Sie hatten vermutet, wir seien eine Synchronschwimmgruppe. Naaaja fast! Das Pärchen selbst hatte sich ebenfalls außer der Reihe einen Wochenendaufenthalt gegönnt, um auch mal in etwas Luxus zu schweben.

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Nachdem unsere Schrumpelfinger langsam wieder normale Gestalt angenommen hatten und wir genug auf den Liegen relaxt hatten, verließen wir gegen 20 Uhr den Spabereich und machten uns auf den Zimmern frisch. Ich war immer noch Zimmer-Single, daher hatte ich die gesamte Suite immer noch für mich alleine. Fast schon zu groß, das Ding! Unter der Dusche wollte ich mein Shampoo gar nicht neben die hübsch aufgereihten Hotel-Pröbchen stellen, weil es das perfekte Bild so störte.

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Nach dem Spa-Aufenthalt hatte sich Lotti irgendwie den Mittelfinger verletzt. Wobei genau wusste sie nicht, es tat einfach „nur“ weh. Quasi aus dem Nichts. Anna Lena musste ihr schon die Schuhe zubinden. Mit Eiswürfeln, Kühlpacks und Kaltgetränken versuchte sie den ganzen Abend über, den Finger zu kühlen und zu beruhigen. Sachen gibts..!? So etwas passiert einem auch immer dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Aber wann kann man schon Schmerzen gebrauchen? Hmm.

Um nicht alleine im Hotelzimmer zu gammeln, bis wir uns alle zum Abendessen in der Lobby trafen, schaute ich vorher noch bei Jamie und Fiona vorbei. Die zwei überhörten erstmal um die 5 Mal mein Klingeln, bis sie mir endlich die Tür aufmachten. Sogleich zeigte ich ihnen meine neueste Luxus-Entdeckung. Ein TV im Badezimmerspiegel. Den probierten wir natürlich gleich mal aus und waren doch etwas baff über so viel aufwendigen Schnickschnack.

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Gut gelaunt trafen wir uns im Anschluss mit den anderen in der Lobby (Ein paar junge Schalkespieler lungerten nun auch auf den Sofas herum, waren aber eindeutig viel zu jung für uns LNElerinnen.) und brachen auf, um uns ein Restaurant zu suchen, das noch genug Platz für 11 hungrige Mäuler hatte. Im „Alt Berliner Biersalon“ quetschen wir uns allesamt in die hinterste Ecke. Als wir rein gingen, fragten wir uns kurzzeitig, wo wir hier nur gelandet waren. Es war ein Pub voller Bier trinkender Fußballfans. Doch je weiter wir nach hinten durch gingen, umso mehr wurde es zu einem Restaurant. Mit viel zu vielen Stühlen um die kleinen Tische herum und direkt unter einem aufgehängten Fernseher sitzend speisten wir deftig und genossen den Abend. Ich hatte den ganzen Tag so gut wie nichts gegessen und bekam nun endlich was in den Bauch. Vor allem nach dem vielen Plantschen war ich wirklich langsam hungrig. Die Käsespätzle waren da genau die richtige Wahl. Große Portion, stopfender Käse, ein bisschen gesunder Salat. Top! Nach dem Essen spazierten wir gemütlich wieder zum Hotel zurück.

Veronica wurde plötzlich von einem Ausschlag heimgesucht. Wo der herkam, wusste wir genau so wenig, wie bei Lottis Fingerdebakel. Zum Glück ging dieser so schnell wieder weg, wie er gekommen war. Lotti würde ihren Schmerz spätestens auf der Tanzfläche am nächsten Tag bestimmt auch vergessen.

Für ein obligatorisches abendliches Treffen vor dem Turniertag verabredeten wir uns bei Marc. Ich ging noch kurz mit zu Jamie und Fiona, weil es sich nicht lohnte, für ein paar Minuten in den 10. Stock hoch zu fahren. Bei Jamiona trudelten nach und nach alle anderen ein. Marc und Lewwe kamen mit der Technik dann auch einfach rüber. Da das Video von der Generalprobe aber aus irgendeinem Grund nicht laufen wollte, zogen wir doch alle zu Marc um. Sockfuß ging es einmal über den Flur. Liegt ja eh überall Teppich.

Lisa kam nun auch endlich mit dem Zug in Berlin an. Es wurden die Generalproben-Durchgänge auf dem großen Fernseher geguckt und Anna und Marc äußerten letzte Korrekturen. Zuletzt trudelten auch Kristina und Enrico ein. Nun waren wir endlich vollständig. Es wurde noch die Frühstückszeit geklärt – 10 Uhr, wie geil ist das denn!? – und dann verteilen wir uns auf unsere Zimmer. Gute Nacht, Berlin!

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